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  • Astrid

Im Fluss des Lebens


Könntest du die Geselligkeit schätzen, wenn du nicht auch die Einsamkeit kennen würdest?


Vielleicht erscheint es dir wie eine Parodie ans Leben, oder wie ein Paukenschlag im Alltagstrott, doch im Endeffekt ist es nur der Lauf der Zeit, nur der Fluss des Lebens, der nicht immer das gleiche Tempo hat.


Nun erscheint das Leben ja an sich schon recht kompliziert und von vielen Hochs und Tiefs durchtränkt, doch wenn dann auch noch eine nicht vorhersehbare Variable dazu kommt, dann wird es einfach zu viel.

Verständlich.


Irgendwie kotzt es mich an, dass nichts mehr so ist, wie es mal war. Dass ich nicht einfach am Abend ein Bier trinken kann mit meinen Freunden, oder in mein Lieblingskaffee gehen kann.

Es kotzt mich an, dass irgendwas von außen, alles in Stücke reißt, was mir lieb war.

Das ist die eine Seite der Medaille, die Seite, wenn ich mich gegen den Fluss stelle, oder eine Staumauer aufbaue. Dann wird's schwer…


Und die andere Seite?


Ja, die gibt es, die gibt es. Tatsächlich.

Wieder in den Fluss kommen ist angesagt.

Die Dinge so nehmen wie sie sind und loslassen.

Alles.


Prinzipiell mag ich Veränderungen. Nach dem ersten “Schock” und dem Schmerz der Trennung erblüht doch meist was Neues, etwas das viel besser in dein Leben passt.

Das JETZT viel besser in dein Leben passt.

Je nach dem welche Samen du in der Vergangenheit gesät hast...


Für was ich auf einmal alles Zeit habe…

Schreiben, Malen, Lesen, Singen, meine Schallplattensammlung entstauben, mit der Katze schmusen, Brot backen, meinem Freund einen Liebesbrief schreiben, mich um meine Gesundheit kümmern, mir einfach die Sonne ins Gesicht scheinen lassen…


Hat sich das nicht jeder irgendwie mal gewünscht? Eine Auszeit.


Auch jetzt haben wir viel in der Hand, viel mehr als wir glauben, stelle ich fest. So ist es eine tägliche Herausforderung klar zu bleiben und meine Gedanken zu ordnen und dorthin zu richten, wo sie dienlich sind.


Es ist schon komisch, die ganzen Menschen hinter den Masken.


Lachen wo bist du?


Gut es hat wohl alles seinen Grund und seine Berechtigung und es steht mir auch nicht zu darüber zu urteilen. Ich stelle nur fest, dass es mir fehlt.

Das Lachen.


Und ich stelle fest, dass ich es umso mehr schätzen werde, wenn wir uns wieder von Angesicht zu Angesicht begegnen können.


Bis dahin bleibe ich im Fluss des Lebens, fließe mit dem was kommt und halte meine Ziele im Auge.

Die Augen sind uns ja zum Glück nicht verbunden, das heißt wir können jeden Tag aufs Neue die Schönheit der Welt erblicken.


Krisen gab es schon immer. Das ist wohl ein Naturgesetz, dass ein wahrhaftiges Leben nicht ohne diese auskommt.


Doch die Samen, die du jetzt in der Krise säst, können dir danach die schönste Ernte bringen.


Also ich fang gleich mal an und schreib nieder was mir am Herzen liegt:

Vermisse das Lachen.

Vermisse Umarmungen.

Vermisse Geselligkeit.

Vermisse meine Freunde.


Aber ich bin dankbar für die Ruhe und die Zeit, die mir geschenkt wird und für meine warmen Wollsocken jetzt im Winter. ;)


So schick ich nun ein paar Samen den Fluss hinunter…mal schauen was draus wird.


Von Herzen, bleibt gesund


Astrid

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