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ACHTSAMKEIT BASIC

Eine kurze Einführung in die Welt der Achtsamkeit


Achtsamkeit

Was ist das überhaupt?

Und warum es sich besonders in Zeiten wie diesen lohnen kann, seiem Leben mehr Tiefe zu schenken.




In meiner 4-teiligen Blogserie zum Thema Achtsamkeit im Alltag, habe ich einzelne Lebensbereiche im Zusammenhang mit Achtsamkeit näher beleuchtet.

So wie es in der buddhistischen Tradition gelehrt wird, bezieht sich Achtsamkeit eben auf die vier Bereiche Körper, Geiste, Gefühle und Umwelt.

Hier möchte ich nun darüber schreiben, was Achtsamkeit überhaupt ist, und warum es dein Leben auf Dauer bereichern kann.

Ich werde auch vor allem auf den Unterschied zwischen TUN und SEIN Modus eingehen. Ein wesentlicher Aspekt, den man im Alltag bewusst zu unterscheiden lernt, wenn man Achtsamkeit praktiziert.

Außerdem wirst du erfahren, warum es mit der Achtsamkeit so ist wie mit jedem anderen Sport oder Hobby das man neu lernt, nämlich dass erst durch Training und regelmäßiges Üben die gewünschten Effekte eintreten.



In einer Zeit, wo die Welt Kopf steht und Ungewissheit unser täglicher Begleiter geworden ist, habe ich für mich festgestellt, dass ein bewusster, klarer Blick für sich und sein eigenes Leben wichtiger ist denn je.

Mit den Inspirationen und Perspektiven in diesem Beitrag über Achtsamkeit, wünsche ich mir, dass du für dich das rausholen kannst, was dich auf deinem Lebensweg jetzt stärken und nähren kann.




Achtsamkeit I eine Lebensform keine moderne Idee


Die Achtsamkeit an sich ist nichts Neues oder ein reiner Modetrend. Über die Kraft eines achtsame geführten Lebens wussten schon die Völker in der Antike, so praktizierten zum Beispiel die alten Griechen regelmäßige Übungen, um ihre Aufmerksamkeit zu schulen und bewusst zu lenken.

Auch die Völker Indiens übten schon vor vielen tausenden Jahren verschiedenen Methoden um ihren Geist und ihre Gedanken bewusst zu lenken und erkannten die gesundheitlichen Vorzüge von Meditation, Atemübungen und anderen Achtsamkeitsmethoden.

Die Achtsamkeit ist sozusagen das Herzstück der Meditation, egal welcher Form. Man lernt seine Aufmerksamkeit bewusst ins Hier und Jetzt zu lenken und mit seinem ganzen Gewahrsein wahrzunehmen was gerade in mir, in meinem Geist, in meiner Gefühlswelt und in meiner Umwelt passiert.




Man erkannte, dass im Hier und Jetzt die ganze Kraft liegt.


Meistens hängen wir Menschen in der Alltagsroutine mit unseren Gedanken in der Vergangenheit fest oder erledigen im Geist schon was in der Zukunft.

So verpassen wir schlicht und einfach das, was jetzt gerade los ist in unserem Leben.


Eine gewisse Routine ist durchaus etwas Positives. Sie hilft uns im Alltag Energie und Zeit zu sparen. Gewisse Dinge, die wir ganz selbstverständlich machen ohne weiters darüber nach zu denken, wie z.B. Zähne putzen oder der Gang auf Klo.

Der sogenannte Autopiloten Modus kommt dann zum Einsatz. Du kennst das vielleicht auch, du fährst mit dem Auto und wenn du am Ziel angekommen bist, weißt du gar nicht mehr, wie du hier her gekommen bist, weil das Auto fahren mehr oder weniger automatisch abgelaufen ist, und deine Gedanken während des Fahrens ganz wo anders waren.

Wird dieser Autopiloten Modus jedoch zum Steuermann in unserem Leben, kann das auf Dauer dazu führen, dass wir das Gefühl haben, gelebt zu werden, den Kompass für unser Leben verloren und die Steuer dafür aus der Hand gegeben zu haben.


Gewisse Routinen oder Gewohnheiten die man sich bewusst zugelegt hat, können natürlich auch sehr sinnvoll sein, solange sie noch zeitgemäß sind und mit dem aktuellen Lebensstil in Einklang stehen. Das kann man für sich immer wieder mal überprüfen.



Veränderungen machen achtsam

Jede Veränderung bringt automatisch Achtsamkeit mit sich, denn wenn man Etwas verändern will, braucht man die Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt. Das ist die Kraft mit der Veränderung wirklich möglich ist.


Fällt dir zum Beispiel auf, dass du immer, wenn du am Nachmittag ein Tief hast automatisch zu Schokolade greifst und du diese Gewohnheit ändern möchtest, dann wäre es nun wichtig, dir das nächste Mal, wenn dein Geist aus Gewohnheit „Schokolade ruft“, diesem Ruf nicht einfach blind zu folgen, sondern dir dessen bewusst zu werden, dass das eine Gewohnheit ist, die du gerne verändern möchtest.

Dann heißt es achtsam sein, was dein Geist dir mitteilt, wahrscheinlich wird er zuerst damit anfangen, dich vom Gegenteil überzeugen zu wollen. Er wird so etwas sagen wie „Ach komm schon, das hilft dir doch immer“, oder „du kannst auch noch morgen damit anfangen“, oder „das bisschen Schokolade, schadet dir doch nicht“...In welcher Form auch immer er mit dir dealen möchte, jetzt liegt es an dir dich darauf auszurichten, was du anstatt dessen tun möchtest bzw. welche Veränderung du haben willst. Dazu gehören nun eine klare Ausrichtung (=Lenkung der Energie), Geduld und Übung. Möchtest du dir z.B. angewöhnen statt der Schokolade eine kurze Atem-/Energieübung zu machen, dann werden dir die ersten Male vielleicht etwas schwer fallen, weil es einfach Überwindung kostet aus der Komfortzone auszusteigen und neue Ufer zu besuchen.

Nach einigen Malen wirst du aber feststellen, dass dir die Schokolade gar nicht mehr fehlt und es dir nach der Atemübung so gut geht und du viel konzentrierter und frischer bist für den restlichen Tag.

Natürlich ist gegen Schokolade nichts einzuwenden, das möchte ich gleich vorweg schicken ;), jedoch kann man anhand dieses Beispiels ganz gut erklären, wie unser Geist so funktioniert. Du könntest statt Schokolade, auch Kaffee, eine Zigarette oder ähnliches setzen.


Achtsamkeit ist nichts kurzfristiges, eine coole Idee oder ein Modetrend, den man mal eben theoretisch erfasst, aber dann doch nicht praktiziert. Es ist auch keine Religion oder ein dogmatisiertes Bündnis, das man eingeht.

Es ist vielmehr die bewusste Entscheidung, dass man in seinem Leben nachhaltig mehr Farbe, mehr Tiefe und mehr Lust haben möchte.



Die Farbe und die Tiefe kommen ganz natürlich als angenehme Begleiterscheinung zum regelmäßigen Üben. Mit der Achtsamkeit ist es, wie wenn man einen neuen Sport oder ein neues Hobby lernt. Am Anfang erfasst man ganz bewusst jeden Schritt und fügt die einzelnen Schritte zusammen, dann wiederholt man gewisse Sequenzen immer und immer wieder und kann sich daran erfreuen, dass man von mal zu mal besser wird, dann kommen die Rückschläge, die uns Zweifeln lassen, und dann kommt man auf eine neue Ebene, weil man sich doch dazu entschließt weiter zu üben.


So trägt jede neue Tätigkeit, eine neue Sprache oder ein neues Thema mit dem man sich beschäftigt automatisch zur Achtsamkeit bei. Veränderung eben ;)


Die Effekte von Achtsamkeit stellen sich mit der Zeit ein

Wunderschön ist es für mich immer, wenn im Alltag auf einmal die Momente kommen, wo man ganz bewusst einfach atmet, schaut und wahrnimmt was jetzt gerade ist. Ich merke diese Momente stellen sich mit regelmäßigem Praktizieren von Achtsamkeitsübungen mehr und mehr von alleine ein.

Das ist eine so tiefe Verbundenheit und ein inneren Frieden den ich dann wahrnehme. Viel echter und authentischer und vor allem nachhaltiger als kurzzeitige Ersatzbefriedigung.

(Aber wie gesagt, hin und wieder Schokolade tut schon auch gut ;)


Sehr wichtig ist mir vor allem, das ganze Thema nicht zu dogmatisieren und dem Zauber der Achtsamkeit so die Freude zu entziehen. Man braucht auch nicht von heute auf morgen sein ganzes Leben umkrempeln und nur noch achtsam sein. Es wäre ein Irrglauben, dass das möglich und praktikabel wäre...

Genauso wie es ein Irrglaube wäre, zu vermitteln, dass das Leben nur aus Spaß und Leichtigkeit besteht. Würde man die harten, zähen Zeiten nicht kennen, dann könnte man die Phasen der Leichtigkeit gar nicht wahrnehmen und schätzen.

Dennoch fördert meiner Meinung nach Achtsamkeit die Resilienz, das heißt, die Fähigkeit konstruktiv mit Stress umzugehen.

Manche Dinge kann man nicht ändern und das Leben serviert uns einfach Herausforderungen ohne zu fragen, doch wie wir darauf reagieren, das haben wir durchaus selbst in der Hand.


Freude und Spaß, sowie eine gute Prise Humor mit sich selbst gehören für mich unbedingt dazu. Außerdem eine gute Portion Gelassenheit, und Selbstmitgefühl, wenn man merkt, dass sich wieder alte Gewohnheiten eingeschlichen haben. Veränderung braucht eben Zeit und Geduld.

Es gibt auf dem Weg zu einem bestimmten Ziel auch so viel Schönes am Wegrand zu sehen, dass es Schade wäre daran vorbei zu laufen.



Kleine Veränderungen sind das Geheimnis

Ganz einfach mit einer Kleinigkeit beginnen, die einem Freude mach und sinnvoll erscheint, wie zum Beispiel 3 mal tief durchzuatmen, bevor man eine Mahlzeit zu sich nimmt und sich dann auf das Essen konzentrieren, nicht auf das was später zu tun ist, wären ein möglicher Anfang.


TUN vs. SEIN Modus

Der TUN Modus ist der typische Autopiloten Modus in dem wir uns einen Großteil des Tages befinden. Immer dann wenn wir unseren Routinen nachgehen. Wir hängen mit den Gedanken in der Vergangenheit fest oder sind getrieben von Zielen die in der Zukunft liegen.

Im TUN Modus sind wir automatisch gleichzeitig im "Stress Modus" und tendenziell nicht entspannt und gelassen, weil getrieben von all dem was eben noch zu tun ist...


Der SEIN Modus hingegen tritt immer dann ein, wenn wir bewusst wahrnehmen was gerade ist. Wenn wir unseren Fokus auf unseren Atem richten, den Vögeln im Vogelhaus zu sehen, wie sie die Kerne aufpicken oder uns an den Sonnenstrahlen erfreuen, die gerade den Raum durchfluten.

Im SEIN Modus sind wir entspannt und gelassen und von einer inneren Zufriedenheit getragen.

Um dir diesen TUN und SEIN Modus noch etwas genauer gegenüber zu stellen, möchte ich gerne mit dir etwas aus dem Buch

„Das Achtsamkeitstraining“ von Mark Williams und Danny Penman teilen und zwar die


„7 Besonderheiten des Tun- und Sein-Modus“


Autopilot ↔ bewusste Entscheidung

Du kannst bewusst und aus deiner inneren Überzeugung heraus Entscheidungen treffen, die deinem Wohle dienlich sind. Aktiv und Klar.

Im Autopiloten Modus hingegen entscheidet man nicht bewusst, sondern es wird für einen entschieden und man reagiert nur auf eine bestimmte Situation. Veränderung ist somit schwer möglich, solange man sich im Autopiloten Modus befindet.


analysieren ↔ spüren

Du lernst wieder deinem Gefühl zu vertrauen, und nicht alles nur aus deinem Verstand heraus zu entscheiden. Unser Verstand ist ein so wichtiges Werkzeug und Hilfsmitte im täglichen Leben, jedoch sollte er vielmehr der treue Diener unseres Herzens sein und sein Verbündeter, nicht jedoch der Motor unseres Lebens (hat schon Einstein gesagt ;).

Deine Entscheidungen bekommen so mehr Kraft und mehr Tiefe, wenn du deine Gefühle mit ins Boot holst.


streben ↔ akzeptieren

Annehmen was ist, ist der erste Schritt für Veränderung. Das Prinzip höher – weiter – schneller mag zwar sehr verbreitet sein, widerstrebt dem Urmenschlichen meiner Meinung nach jedoch in vielerlei Hinsicht.

Viele Veränderungen passieren alleine dadurch, dass man annimmt was ist und etwas Geduld hat. Wenn wir gesteuert sind von unserem Verstand, der uns immer weiter in den TUN Modus treibt, verlieren wir den Kontakt zu unserem Inneren.


Gedanken als unverrückbar betrachten ↔ sie als mentale Ereignisse zu erkennen

Der Ausspruch „Du bist nicht deine Gedanken“, birgt soviel Wahrheit und Weisheit, die es sich lohnt genauer zu betrachten.

Meistens treffen wir Entscheidungen aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit. Das heißt, wir haben z.B. als Kind die Erfahrung gemacht, dass man nur geliebt worden ist, wenn man etwas geleistet hat und deshalb legen wir am Abend doch noch eine Spätschicht im Büro ein, anstatt den Feierabend mit seiner Familie zu genießen.

Hier sieht man, dass wahrscheinlich die Erfahrungen der Kindheit dafür prägend sind, dass man im späteren Alter gewisse Entscheidungen trifft.

Weil einem sein Geist sagt „Wenn du dieses oder jenes machst, wirst du Lob und Anerkennung erhalten“.

Erkennt man nun für sich, dass die Gedanken sozusagen Reproduzierungen der vergangenen Erlebnisse sind, kann man damit anfangen, sie zu beobachten und Abstand zu ihnen zu gewinnen. Man kann sozusagen lernen seinen Geist als wichtige Instanz in seinem Sein wahrzunehmen, aber nur eben als eine Instanz von mehreren.


Meiden ↔ darauf zu gehen

Ein typisches Phänomen im Autopiloten Modus ist das Vermeiden und Verdrängen. Das gelingt unserem Geist oft sehr gut, indem wir einfach mit anderen Dingen beschäftigt sind und das was sich ganz leise in unserem Inneren Gehör verschaffen möchte sozusagen übertonen.

Beginnen wir jedoch im Hier und Jetzt zu sein, dann wird unser Innerstes und unsere Seele uns mit der Zeit ganz klar zeigen, welche Bereiche in unseres Lebens Aufmerksamkeit brauchen und wo man lieber hinsehen sollte, anstatt weg zu sehen.


mentale Zeitreise ↔ im Augenblick sein

Wie schon erwähnt, im Autopiloten Modus schwelgen wir gedanklich meist in der Vergangenheit oder beschäftigen uns mit der Zukunft. Sind wir hingegen im Augenblick, ist unsere Kraft und Energie gebündelt und mit dieser Kraft können wir unser Leben bewusst gestalten und erschaffen.


Auslaugende Beschäftigungen ↔ nährende Aktivitäten

Auch sehr bekannt im Autopiloten Modus (gerade für Hochsensible), dass man sich viel mit Dingen im Außen beschäftigt, die einen auf Dauer auslaugen und wertvolle Lebenskraft kosten. Und zwar nur kosten, ohne im Gegenzug etwas zu erhalten, wie inneren Frieden, Glückseligkeit oder Freude.

Im SEIN Modus hingegen wird unser Innerstes uns ganz natürlich und klar sagen, was wir brauchen und was uns nährt. Das kann ein simpler Besuch in der Sauna, ein Waldspaziergang oder eine Kugel Eis sein, die man nach der Arbeit genießt.

Hier darf jeder für sich selbst prüfen, was einen nährt und was einen schwächt.

Es lohnt sich auch hin und wieder zu hinterfragen, aus welcher Motivation man etwas macht. Geht man einer gewissen Tätigkeit nur des Geldes wegen nach, dann wird einen das auf Dauer trotzdem auslaugen und nicht wirklich erfüllen.

Findet man hindoch in seinen Aufgaben einen Sinn, dann kommt die Motivation und das erfüllende Glücksgefühl von ganz alleine.





Also die Gründe für ein achtsames und bewussteres Leben sind vielfältig:

*dein Leben bekommt mehr Tiefe, Authentizität und Wahrhaftigkeit

*du kannst mehr und mehr deine Essenz leben

*du bist entspannter, gelassener und zufriedener (und somit wahrscheinlich auch gesünder!)

*du entwickelst Resilienz (die Fähigkeit mit Stress und Herausforderungen konstruktiv umzugehen)

*du schläfst vermutlich besser, weil dein System in der Nacht nicht so viel verarbeiten braucht, da du es am Tag schon teilweise machst

*du lernst dich selbst besser kennen und erkennst was dir gut tut und was nicht

*du lernst dadurch deine Grenzen wahrzunehmen und einen gesunden Umgang mit ihnen zu pflegen

*dein gewinnst mehr Freude und Leichtigkeit

*...






Wie kannst du nun konkret vorgehen, wenn duEtwas verändern willst?

Wenn ich in meinem Leben merke, irgendein Programm ist nicht mehr aktuell und braucht sozusagen eine Erneuerung, dann habe ich für mich ein Art inneres „Sensorensystem“ (so würde ich es mal nennen), dass mir über meine Gefühle vermittelt, dass irgendetwas nicht mehr passt.

Das ist mal der erste Schritt, danach kommt ein Erfassen der Situation und ein Erkennen um was es wirklich geht. Danach prüfe ich für mich, ob das Etwas ist was der jetzigen Realität entspringt, oder ob es auf einer Erfahrung aus der Vergangenheit basiert (sozusagen eine alte Verletzung, die geheilt werden möchte).

Anschließend erkenne ich die Situation an und akzeptiere sie voll und ganz und versuche zu fühlen, was sich zeigen möchte.Oft haben wir gewisse Schmerzen, Gefühle oder traumatische Erlebnisse verdrängt, weil wir zu der Zeit wo sie entstanden sind nicht in der Lage gewesen wären sie zu verarbeiten. Das ist sozusagen eine Schutzmasßnahme unseres Körpersystems. Wenn man/unsere Seele dann zu einem späteren Zeitpunkt bereit und "reif" ist, können diese Wunden heilen. Man ist dann in der Lage den alten Schmerz anzunehmen, zu fühlen und ihn dann in Frieden loszulassen.

Und dann, wenn man die Situation anerkannt und gefühlt hat, kann man sie loslassen und es kann etwas Neues, für die jetzige Lebenslage Passendes an dessen Stelle treten.


Hier die konkreten Schritte nochmal im Überblick:

1. Erfassen der Situation / Erkennen um was es wirklich geht

2. Prüfen, ob es etwas Aktuelles aus der Gegenwart ist, oder etwas aus der Vergangenheit (z.B. eine alte Wunde die geheilt werden möchte)

3. Akzeptanz der Situation, Annehmen und Anerkennen was gerade ist

4. Fühlen und Wahrnehmen was sich dir zeigen möchte

5. Bedanken, für alles was man dadurch lernen durfte

6. Loslassen = Reinigung und Klärung deines Systems

7. Auffüllen des freien Raumes durch „Neuprogrammierung“ oder Integration eines neuen „Programms“, einer neuen Verhaltensweise oder eines neuen Glaubenssatzes


Der freie Raum sollte meiner Meinung nach nicht "einfach so" frei bleiben, da sich sonst alles mögliche im System verankern und festsetzen könnte.

Ich finde es sinnvoll, wenn man nicht genau weiß, was an die freien Stellen treten soll, den Raum mit z.B. der Urform von bedingungsloser Liebe oder innerem Frieden oder Klarheit aufzufüllen, daraus kann und wird sich dann das entwickeln, was für dich gut ist.



Was ich an dieser Stelle noch erwähnen möchte

ist, dass Achtsamkeit keine Religion ist oder irgendeinem Guru nachjagt, sondern dass es eine ganz individuelle, persönliche Reise ist, die jeder für sich selbst einzigartig gestalten und erleben kann, wenn man das möchte.

Weiters ist mir wichtig zu erwähnen, dass es auch nichts damit zu tun hat, nur dazu sitzen und Nichts zu tun, und seinem Leben beim Vorbeifließen zu zu schauen.

Es ist vielmehr die bewusste Ausrichtung auf den Moment und die Bündelung und gezielte Einsetzung der Aufmerksamkeit (=Energie) für das, was man wirklich von Herzen kreieren und erschaffen möchte und dann eben das zu tun, was gerade zu tun ist.


Bitte, mir ist es wirklich wichtig zu vermitteln, dass es nicht darum geht, dass du dein Leben von heute auf morgen änderst, oder dass alles was uns in der Vergangenheit passiert ist schlimm ist, oder Gedanken an die Zukunft schlecht sind.

Das was ich hier mit dir geteilt habe, soll lediglich ein Anhaltspunkt oder Leitfaden sein, wenn du Etwas ändern möchtest in deinem Leben oder merkst, dass dein Leben eine neue Richtung, mehr Würze oder mehr Ruhe braucht.

Wenn du merkst, dass du im Hamsterrad gefangen bist, du vielleicht im Außen alles hast, aber innerlich leer bist, oder du spürst, dass da in dir etwas Schlummert was gelebt werden will.

Ich weiß, wie es sich anfühlt sich selbst nicht zu spüren und ich kenne die Leere, wenn man im Außen alles hat. Daher kann ich heute sagen, dass Achtsamkeit und das Lernen wieder mit mir in Verbindung zu sein, soviel mehr Erfüllung bringen alles jede Form der äußeren Befriedigung.


Gleichzeitig möchte ich dir mitgeben, dass Humor und Leichtigkeit, ich würde sagen so Etwas wie kindliche, vorbehaltlose Freude die Dinge um einiges vereinfachen.

Halte es vielleicht auch beim Praktizieren von Achtsamkeit so, geh es mit offenen, neugierigen Kinderaugen an und lach über dich, wenn Etwas nicht gelingt. Kasteie dich auch nicht über alle Maße, sondern genieße das Stück Schokolade ;)


Wie bei allem macht die Dosis das Gift und am einfachsten ist Veränderung, wenn man es mit Leichtigkeit angeht.


Wenn die Zeit reif ist, passieren die Dinge von alleine.“




Für dein gutes, gesundes Leben!



Lebe deine sanfte Stärke,

von Herzen



Astrid



Quellenlink:Das Achtsamkeitstraining: 20 Minuten täglich, die Ihr Leben verändern mit Audio-Meditationen, Buch von J. Mark G. Williams, https://g.co/kgs/yJoEy9

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